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Duftcharakter · Spezielles

Tierisch

Warm, körpernah, mit einer leicht unsauberen Kante. Leder, Fell, Honigwabe, warme Haut. Als eigener Geruch tritt es fast nie auf – es wirkt in sehr kleinen Mengen und macht dort etwas, das man nicht mehr einzeln benennen kann.

Kennst Du aus dem Alltag

  • warmes Fell
  • ein alter Ledergürtel
  • eine Honigwabe

Womit es verwechselt wird

Tierisch wird mit schmutzig gleichgesetzt und darum von vielen von vornherein abgelehnt. Im Duft ist es aber keine Unsauberkeit, sondern Nähe und Körperwärme – es wirkt unterschwellig und wird kaum bewusst wahrgenommen. Zweitens: Es steckt kein Tier darin. Echter Moschus, Zibet und Castoreum sind heute weder erlaubt noch nötig; der Eindruck kommt aus Pflanzlichem wie Ambrettesamen und Labdanum oder aus Bienenwachs-Absolue. Vorsicht bei älteren Büchern: Die dort noch empfohlene Costuswurzel ist wegen ihres starken Sensibilisierungspotenzials nicht mehr zulässig.

Wo die Rohstoffe sitzen

Tierische Rohstoffe sind die beständigsten von allen: über einen Tag auf der Haut, in Textilien mehrere Tage. Genau deshalb ist eine Überdosierung hier so folgenreich – sie geht nicht mehr weg.

Aufgabe in einer Mischung

Körper und Lebendigkeit. Tierische Spuren sind der Grund, warum manche Düfte wie eine Person wirken und andere wie ein Produkt.

Wenn es zu viel wird

Es kippt ins Schweißig-Fäkalische, und zwar bei einem Tropfen Unterschied. Das ist der einzige Charakter, bei dem eine einzige Überdosierung den ganzen Ansatz unbrauchbar macht – herausnehmen lässt sich nichts, Strecken hilft kaum, weil die Wahrnehmungsschwelle so niedrig liegt. Tierische Noten gehören deshalb immer über eine Verdünnung ins Rezept, nie unverdünnt aus der Flasche.

Aufgefangen wird es von

Zitrisch · Blumig · Frisch