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Pflanze · Lippenblütler

Lavendel

Eine vielseitige Duft- und Hautpflanze – die naheliegende Brücke zwischen Essenz- und Duftwelt, da sie in beiden gleichermaßen zuhause ist. Bei gekauftem Trockengut lohnt ein Blick auf die botanische Bezeichnung, um echten Lavendel von Lavandin-Hybriden zu unterscheiden.

Botanische Einordnung

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia, Lamiaceae) ist von den würzigeren, campherreicheren Lavandin-Hybriden zu unterscheiden, die in der Parfümerie zwar günstiger, aber duftlich schärfer und weniger fein ausfallen. Blüte und die oberen, blühenden Triebspitzen tragen den höchsten Gehalt an ätherischem Öl.

Wofür er traditionell verwendet wird

Lavendel gilt traditionell als beruhigend, harmonisierend und ausgleichend – sowohl äußerlich in der Hautpflege als auch rein über den Duft. Diese doppelte Rolle (Wirkstoff UND Duft) ist bei kaum einer anderen Pflanze im Bestand so ausgeprägt.

Passende Essenz-Verfahren

Lavendel eignet sich für praktisch alle vier Grundverfahren des Essenz-Leitfadens: als Hydrolat und Aufguss für die milde Wasserphase, als Ölauszug für reichhaltigere Pflege, als Tinktur für eine haltbare, konzentrierte Fassung. Wer von der Essenz- in die Duftwelt wechseln möchte, findet in Lavendel den natürlichsten Übergang – dieselbe Pflanze taucht dort als Trägersystem-unabhängiger Riechstoff in eigenständigen Duftkompositionen wieder auf (siehe Duft-Leitfaden, Kapitel 1).

Worauf zu achten ist

Als Lippenblütler reagiert Lavendel empfindlich auf Staunässe beim Anbau, was für Sammlungen weniger relevant ist als für den eigenen Garten. Bei gekauftem Trockengut lohnt sich ein Blick auf die botanische Bezeichnung, um Lavandin-Hybriden (deutlich anderes Duftprofil, camphern statt fein-blumig) nicht versehentlich als "Lavendel" misszuverstehen.