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Duftcharakter · Holzig & Natur

Erdig

Dunkel, feucht, leicht muffig im besten Sinn. Der typische Geruch von Erde nach Regen stammt von einem Stoff aus Bodenbakterien, den die menschliche Nase noch in winzigsten Mengen wahrnimmt. Patchouli, Vetiver und Angelikawurzel arbeiten mit derselben Anmutung.

Kennst Du aus dem Alltag

  • Waldboden nach einem Sommerregen
  • eine rohe, gerade aufgeschnittene Rote Bete
  • der Geruch im Keller

Womit es verwechselt wird

Erdig wird mit schimmlig und verdorben gleichgesetzt. Es ist aber kein Verderbnisgeruch, sondern der Geruch von frisch umgegrabener Erde – lebendig, nicht faul. Bei Patchouli kommt ein zweites Missverständnis dazu, und es wird meist genau andersherum erzählt: Frisch destilliertes Patchouliöl ist das harsche – grün, scharf, fast kampferartig. Erst über Jahre wird es weich und schokoladig. In der Parfümerie ist gealtertes Patchouli das begehrte, nicht das verbrauchte. Der Ruf als Hippie-Duft stammt von billigem, jungem Öl.

Wo die Rohstoffe sitzen

Erdige Rohstoffe sind die beständigsten überhaupt. Patchouli und Vetiver hängen tagelang in Kleidung und Gefäßen – hier lohnen sich kleine Testmengen mehr als irgendwo sonst.

Aufgabe in einer Mischung

Tiefe und Erdung. Erdig macht, dass ein Duft nicht künstlich wirkt, und gibt ihm einen Bezug zu etwas Gewachsenem.

Wenn es zu viel wird

Alles wird nach unten gezogen und wirkt dumpf. Die Mischung riecht nicht mehr nach Erde, sondern nach ungelüftetem Raum. Erdige Basen sind schwer zu korrigieren, weil sie so lange bleiben – hier lohnt sich das Anlegen kleiner Testmengen mehr als irgendwo sonst.

Aufgefangen wird es von

Zitrisch · Blumig · Minzig