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Funktionsaufbau · Technik & Stabilität

Emulgator

Ein Emulgator verbindet Wasser und Öl dauerhaft zu einer stabilen Emulsion – ohne ihn würden sich beide Phasen sofort wieder trennen.

Wirkprinzip

Ein Emulgator besitzt einen wasserliebenden und einen ölliebenden Molekülteil und legt sich wie eine Brücke zwischen beide Phasen. Dadurch entstehen feine, stabil verteilte Tröpfchen statt einer sich trennenden Mischung.

Wann zwingend nötig

Immer dann, wenn eine Rezeptur Wasser und Öl dauerhaft mischt (Creme, Lotion). Eine Schüttellotion umgeht diese Notwendigkeit bewusst, indem sie sich vor jeder Anwendung neu trennt und geschüttelt wird.

O/W und W/O – was die Kürzel bedeuten

Die Bezeichnung sagt, was worin verteilt ist. Bei Öl-in-Wasser (O/W) schwimmen feine Öltröpfchen in einer zusammenhängenden Wasserphase – Wasser liegt außen. Bei Wasser-in-Öl (W/O) ist es umgekehrt: Wassertröpfchen in einer zusammenhängenden Ölphase, Öl liegt außen.

Ein Emulgator wird nach dem Typ benannt, den er erzeugt. Ein O/W-Emulgator macht Wasser zur äußeren Phase, ein W/O-Emulgator das Öl. Entscheidend ist dabei der Emulgator selbst, nicht das Mengenverhältnis: Ein O/W-Emulgator ergibt auch bei hohem Ölanteil eine O/W-Creme. Deshalb lassen sich zwei Emulgatoren nicht einfach gegeneinander tauschen, nur weil beide „Emulgator“ heißen.

Woran man den Typ erkennt

Einer fertigen Creme sieht man nicht an, welche Phase außen liegt. Der Verdünnungstest zeigt es: einen kleinen Tropfen in ein Glas klares Wasser geben und leicht bewegen. Verteilt sich der Tropfen und trübt das Wasser, liegt Wasser außen (O/W). Bleibt er als Kügelchen zusammen oder legt sich als Film obenauf, liegt Öl außen (W/O).

Der Unterschied ist spürbar: O/W zieht schneller ein, lässt sich leicht abwaschen und nimmt wasserlösliche Wirkstoffe bereitwillig auf. W/O ist reichhaltiger, schützt stärker vor Feuchtigkeitsverlust und lässt sich schwerer abwaschen.