Was beim Emulgieren passiert
Wasser und Öl stoßen sich auf molekularer Ebene ab. Ein Emulgator löst dieses Problem: Er besitzt einen wasserliebenden und einen ölliebenden Teil und legt sich wie eine Brücke zwischen beide Phasen. Dadurch entstehen unzählige feine Öltröpfchen, die sich stabil in der Wasserphase verteilen, statt aufzurahmen oder sich abzusetzen.
Genau diese feine, dauerhafte Verteilung ist es, die einer Creme ihre gleichmäßige, streichfähige Textur gibt.
Aufbau in der Praxis
- Wasserphase: Wasser, Hydrolat oder ein Aufguss; meist der größte Anteil und verantwortlich für Frische und Feuchtigkeit.
- Ölphase: Pflanzenöle, Butter und der Emulgator selbst; sorgt für Geschmeidigkeit und einen rückfettenden Schutzfilm.
- Wirkstoffphase: hitzeempfindliche Zusätze wie ätherische Öle oder bestimmte Vitamine, die erst nach dem Abkühlen zugegeben werden, damit die Wärme sie nicht zerstört.
- Konservierung: notwendig, weil die wasserhaltige Rezeptur ein guter Nährboden für Keime ist.
Wann eine Creme sinnvoll ist
Immer dann, wenn eine Rezeptur gleichzeitig Feuchtigkeit spenden und rückfetten soll – etwa bei normaler bis trockener Haut oder für eine Gesichtspflege mit spürbarer, reichhaltiger Textur.
Herstellung in Kürze
Wasser- und Ölphase werden getrennt auf eine ähnliche Temperatur erhitzt und dann unter ständigem Rühren zusammengeführt. Erst nachdem die Mischung auf Hauttemperatur abgekühlt ist, kommen hitzeempfindliche Wirkstoffe und die Konservierung hinzu.