Gleiche Pflanze, anderes Öl
Zwei Pflanzen derselben Art (gleicher botanischer Name, gleiche Gattung und Art) können ätherische Öle mit deutlich unterschiedlicher Zusammensetzung liefern, wenn sie unter unterschiedlichen Bedingungen wachsen oder genetisch different sind - benannt wird das über die im Öl dominierende Leitkomponente. Rosmarin (Rosmarinus officinalis) etwa gibt es unter anderem als Chemotyp Cineol (frisch-campherartig, mild), Chemotyp Campher (kräftiger, strenger) und Chemotyp Verbenon (mild, für empfindlichere Anwendungen geschätzt) - alle drei sind botanisch derselbe Rosmarin, aber mit spürbar unterschiedlicher Wirkung und Verträglichkeit.
Warum das für die Rezeptur wichtig ist
Dosierungsempfehlungen, IFRA-Grenzwerte und Verträglichkeit können sich zwischen Chemotypen derselben Pflanze deutlich unterscheiden, weil die jeweils dominierende Komponente unterschiedlich stark reglementiert oder hautverträglich ist. Ein Rezept, das nur "Rosmarinöl" nennt, ohne den Chemotyp zu benennen, ist deshalb unvollständig - genauso wie ein Rezept, das den Pflanzenteil offenlässt.
Wo das in dieser App auftaucht
Bei ätherischen Ölen mit bekannten Chemotyp-Varianten (etwa Rosmarin, Thymian, Teebaum) zeigt der Rohstoff-Auswahl-Chip im Workspace einen eigenen "Chemotyp"-Umschalter, über den zwischen den hinterlegten Varianten gewechselt werden kann. Fehlt diese Angabe beim Einkauf komplett, sollte im Zweifel beim Lieferanten nachgefragt werden, welcher Chemotyp tatsächlich geliefert wird.