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Duftcharakter · Blumig & Fein

Blumig

Blütenduft – aber das Wort verdeckt mehr, als es zeigt. Rose, Jasmin, Neroli und Ylang haben fast nichts gemeinsam außer der Herkunft. Was sie teilen, ist ein weicher, runder, leicht wächserner Kern, der sich nicht aufdrängt und lange steht.

Kennst Du aus dem Alltag

  • eine Blüte im Wasserglas, die schon zwei Tage steht
  • die Parfümabteilung eines Kaufhauses
  • ein Stück gute Seife

Womit es verwechselt wird

Fast alle erwarten den Duft der lebenden Blüte im Garten. Blütenöl riecht anders: konzentriert, honigartig, in der Spitze fast metallisch. Rosenöl pur enttäuscht deshalb beim ersten Riechen fast jeden – es wird erst in der Verdünnung zu dem, was man erwartet hat. Zweite häufige Verwechslung: blumig wird mit parfümiert oder seifig gleichgesetzt. Das ist keine Eigenschaft der Blüte, sondern die Erinnerung an überdosierte Fertigprodukte.

Wo die Rohstoffe sitzen

Blumige Rohstoffe sind meist mittelflüchtig und halten vier bis acht Stunden. Verlassen kann man sich darauf nicht: Neroli ist fast so flüchtig wie eine Zitrusschale, Jasmin- und Tuberose-Absolue stehen über einen Tag.

Aufgabe in einer Mischung

Die Mitte. Blumig verbindet die flüchtige Spitze mit der schweren Basis und verhindert, dass eine Mischung in zwei Teile zerfällt, die nichts miteinander zu tun haben.

Wenn es zu viel wird

Die Kontur geht verloren, alles wird süßlich-weich und erinnert an das Parfüm einer älteren Verwandten. Man merkt es daran, dass man die anderen Bestandteile nicht mehr einzeln benennen kann.

Aufgefangen wird es von

Zitrisch · Grün · Holzig