Trotz des Namens kein Öl
Ein fettes Öl wie Oliven- oder Mandelöl besteht aus Fettsäuren an einem Glyceringerüst. Ein ätherisches Öl enthält davon nichts: Es ist ein Gemisch kleiner, flüchtiger Duftmoleküle. „Öl“ heißt es nur, weil es sich ölig anfühlt und sich nicht mit Wasser mischt. Das ist kein Sprachspiel, sondern hat drei praktische Folgen. Erstens verseift es nicht – in der Seifenrechnung hat es keinen Verseifungswert und zählt nicht zur Fettphase. Zweitens fettet es nicht rück; es ersetzt keine Hautfette, sondern verdunstet rückstandsfrei. Drittens verdirbt es anders: Ein fettes Öl wird ranzig, ein ätherisches oxidiert zu Stoffen, die Allergien auslösen können – ein altes Zitrusöl riecht noch brauchbar und ist trotzdem hautkritisch geworden.
Der Fleck auf dem Papier
Die Probe dauert eine Viertelstunde und macht den Unterschied sichtbar: Je ein Tropfen fettes und ätherisches Öl auf ein Blatt Küchenpapier. Beide hinterlassen zuerst einen durchscheinenden Fleck. Nach einiger Zeit ist der Fleck des ätherischen Öls verschwunden, der des fetten Öls bleibt dauerhaft. Was verschwindet, kann auf der Haut nichts zurücklassen – weder Pflege noch Schutzfilm.
Konzentration verlangt Vorsicht
Ätherische Öle sind stark konzentrierte Extrakte und können bei zu hoher Dosierung reizend, sensibilisierend oder bei bestimmten Ölen phototoxisch wirken. Empfohlene Höchstmengen und IFRA-Grenzwerte sind hier keine Formsache, sondern reale Sicherheitsgrenzen.
Einbindung in die Rezeptur
In wasserbasierten Produkten muss ätherisches Öl über einen Lösungsvermittler klar eingebunden werden, sonst schwimmt es sichtbar auf. In Ölphasen löst es sich dagegen unkompliziert.