Die klassischen Konzentrationsstufen
Die bekannten Bezeichnungen für alkoholische Duftprodukte beschreiben, wie viel Prozent der fertigen Mischung aus der reinen Duftkomposition besteht – der Rest ist Alkohol (und meist ein kleiner Wasseranteil). Am Markt werden diese Grenzen historisch gewachsen und nicht immer streng eingehalten; die App legt für ihre eigene Berechnung deshalb feste, engere Bereiche fest, die als verlässliche Grobeinteilung dienen:
Über diese vier klassischen Stufen hinaus bietet die App für jede Produktform eine eigene Signature-Option: eine frei wählbare Konzentration außerhalb der üblichen Stufen, bei der dafür jede einzelne Rohstoffgrenze (Kapitel 8) besonders sorgfältig gegen die gewählte, ungewöhnliche Konzentration geprüft wird.
Ein Parfümöl, ein Roll-on oder ein Duftbalsam folgen einer anderen Logik und einem eigenen, deutlich breiteren Bereich (etwa 1–22 %, gestaffelt in dezent, ausgewogen und intensiv, Start meist 10 %): Eine niedrigere Prozentzahl wirkt hier schon intensiv, weil der Träger selbst nicht verdunstet und den Duft nah an der Haut hält, statt ihn wie Alkohol in die Umgebungsluft zu tragen (siehe Kapitel 2). Body Splash bewegt sich mit etwa 1–5 % nochmals deutlich niedriger, weil hier ein zarter, kurz wahrnehmbarer Hauch das Ziel ist, kein dauerhaft tragender Duft.
Wie die App rechnet: Komposition und Trägeranteil getrennt
In der App wird die Duftkomposition selbst immer auf ihre eigenen, internen 100 % bezogen – also das Verhältnis von Kopf-, Herz- und Basisnoten zueinander, unabhängig davon, wie stark verdünnt das fertige Produkt am Ende ist. Erst die Duftkonzentration (zum Beispiel 12 % für ein Eau de Parfum) legt fest, welcher Anteil des fertigen Produkts überhaupt aus dieser Komposition besteht; der Rest ist Trägersystem.
BeispielEine Komposition aus 25 % Kopf-, 30 % Herz- und 45 % Basisnote (macht zusammen die internen 100 % der Komposition) wird bei 12 % Duftkonzentration im fertigen Produkt zu 3 % Kopf-, 3,6 % Herz- und 5,4 % Basisnote – die restlichen 88 % sind der Träger.
Diese Trennung ist kein rein technisches Detail: Sie erlaubt, dieselbe Komposition unverändert bei unterschiedlichen Konzentrationsstufen einzusetzen – vom Parfümöl bis zum Eau de Parfum –, ohne das Verhältnis der Noten zueinander jedes Mal neu berechnen zu müssen.
Niedrigere Konzentration heißt nicht "schwächerer" Duft
Ein verbreiteter Irrtum: Ein Eau de Cologne mit 3 % Komposition würde einfach "schwächer" riechen als ein Parfum mit 25 %. Tatsächlich beeinflusst die Konzentration vor allem, wie lange ein Duft wahrnehmbar bleibt, nicht primär, wie intensiv der erste Eindruck ist – ein frisch aufgetragenes Eau de Cologne kann im ersten Moment ähnlich präsent wirken wie ein Parfum, verflüchtigt sich aber viel schneller, weil schlicht weniger Duftstoff insgesamt vorhanden ist, der verdunsten kann.
Vertiefung
Vertiefung: Was die Haltbarkeit auf der Haut wirklich bestimmt
Die Duftkonzentration ist nur einer von mehreren Faktoren, die bestimmen, wie lange ein Duft auf der Haut wahrnehmbar bleibt. Mindestens ebenso wichtig: der Anteil und die Qualität der Basisnoten (schwer flüchtige Stoffe halten unabhängig von der Gesamtkonzentration länger durch), sogenannte Fixierer (Rohstoffe, die selbst kaum duften, aber die Verdunstung anderer Duftstoffe verlangsamen, etwa manche Harze), die Hautbeschaffenheit (fettige Haut hält Duft oft länger als trockene), und die Umgebungstemperatur.
Zwei Kompositionen mit identischer Duftkonzentration können deshalb sehr unterschiedlich lang durchhalten, je nachdem, wie ihr Kopf-Herz-Basis-Verhältnis und ihr Fixierer-Anteil gestaltet sind. Kapitel 9 geht auf den bewussten Aufbau eines gut "tragenden" Akkords näher ein.